Der Mikrokosmos: Gruppendiskussion.


 

Gruppen gelten als Mikrokosmos der Gesellschaft, ein Freundeskreis, Gesangverein, Fußball-Fanclub - immer umfasst eine Gruppe mehrere Personen, häufig mit ähnlicher Bildung und Herkunft, vor allem aber mit vielfältigen Persönlichkeitsmerkmalen und einem gemeinsamen Interessensmerkmal.

Über dieses Merkmals sind sie in der Lage Argumente auszutauschen, Gefühlsäußerungen und Meinungen zu vertreten und das alles gleichberechtigt in einer offenen Form, im Dialog.

 

Die Methode Gruppendiskussion verfolgt meist drei Einsatzbereiche:

  • Entwickeln & Verstehen: Hierbei werden bislang wenig erforschte Felder kennen gelernt und dabei werden grundlegende Zusammenhänge aufgedeckt z.B. im Bereich der Produkt-Innovationsforschung. Gelernt wird, welche Wertstrukturen Zielgruppen typischerweise aufgrund von Wahrnehmungs- und Bewertungsweisen annehmen.
  • Testen & Revidieren (Umsetzen): Konzeptionen für Angebote, Produkte oder Prozesse sollen oft auf Akzeptanz, Attraktivität und Verständlichkeit geprüft werden. Mehrere Konzepte sollen hierbei oft verglichen werden. Die Gruppendiskussion hilft bei der Entscheidungsfindung für einen Entwurf und unterstützt die Feinabstimmung, die Berichtigungen dienen.
  • Evaluieren & Optimieren: Praxiserfahrungen mit Angeboten, Produkten oder Prozessen lassen Evaluationen zu. Zielgruppen sind in der Lage, eigene Ansprüche an die Objekte für eine Weiterentwicklung zu nutzen.

 

Es ist wichtig, dass sich Teilnehmer von Gruppendiskussionen in Gesprächen öffnen und ihre Erfahrungen schildern. Da ein Wiedersehen wohl eher eine Ausnahme darstellt, haben Teilnehmer kein strategisches Interesse, Meinungen zurück zuhalten und keine negativen Konsequenzen zu befürchten.

Die Stärke der Methode Gruppendiskussion liegt auch darin, dass eine Konzentration auf die Kommunikation der Teilnehmer stattfindet. Vermieden wird eine typischen Interviewsituation, die alltagsnahe Fragen künstlich erscheinen lässt. Es entstehen natürliche Gespräche, deren Sachverhalte und Argumentationen auch tiefer- bzw. hintergründige Wahrheiten hervor holen.

 

Gruppendiskussionen sind in der betrieblichen Marktforschung als Wegbereiter zu sehen. Die Methode dient oft als Auswahlfilter und identifiziert die schwächsten Ideen, die im nächsten Schritt bei einer quantitativen Studie getrost vernachlässigt werden dürfen und generiert die Gründe in Breite und Tiefe, warum eine Idee so relevant ist, dass sie weiter verfolgt werden sollte. Oft stiften Gruppendiskussionen einen Zusatznutzen, indem sie als "Denkfabrik" fungieren. Ein verbessertes Konsumentenverständnis zu einer Kategoriennuztung kann so als Nebenprodukt einer Gruppendiskussion generiert werden.

 

Beim Thema Gruppendiskussion geht es demzufolge nicht um das Vermessen von Akzeptanzen oder Definieren von Größenverhältnissen, sondern immer um die Aufdeckung von Wirkungszusammenhängen und die Rekonstruktion von Sinn und Unsinn.

 

Wir beraten Sie gern und zeigen Ihnen für Ihre Fragestellung den richtigen Erhebungsweg auf. Rufen Sie einfach an. Die Erstberatung ist immer kostenfrei.

 

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